Wir danken für die gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit und wünschen frohe Weihnachten und ein gesundes neues Jahr 2026.
Glocken als klingende Denkmale verbinden uns mit der Vergangenheit. Mit der Ernennung der Glockenkultur zum immateriellen UNESCO-Kulturerbe 2025 ist ihr Wert noch stärker ins Bewusstsein gerückt.
Weithin sichtbar ist der um 1854 errichtete Kirchturm von Kottmarsdorf. Die Gemeinde zählt zu den ältesten Kirchorten der Lausitz, bereits 1346 gab es eine Kapelle, die Mitte des 18. Jahrhunderts überformt wurde. Wohl als Bestätigung des Reformationsgedankens kann die 1583 durch Andreas Krische gegossene Glocke gelten, die im Kranz das Oberlausitzer Wappen mit der dreigezinnten Mauer und die lateinische Inschrift trägt: »VERBUM DOMINI MANET IN AETERNUM« - Das Wort des Herrn bleibt in Ewigkeit.
Die Intention des Bewahrens und der Sicherung von Informationen zu den Kulturdenkmalen in Sachsen, und damit auch der Glocken, mündete zum Ende des 19. Jahrhunderts in eine weitreichende Denkmalerfassung, die aktuell die Jahresausstellung des Landesamtes für Denkmalpflege Sachsen unter dem Titel »Gebautes Vermächtnis - Bewahrtes Gedächtnis. Das Sächsische Denkmalarchiv« würdigt. Sie ist bis zum 27. Februar 2026 im Ständehaus Dresden zu sehen.
Die Glocken im Turm waren schwer zu fotografieren. Daher nutzte man die Technik der Frottage und dokumentierte durch »Abreibung« die Inschriften und Namen der Glockengießer oder Auftraggeber. Etliche Schriftbänder werden heute in den Sammlungen des Landesamtes aufbewahrt. Die Kottmarsdorfer Glockenschrift (hier auf einer Papierglocke inszeniert) ist eine davon. Da viele Glocken in den beiden Weltkriegen eingeschmolzen und somit verloren gingen, sind die Frottagen oft die letzten Zeugnisse dieser Klangdenkmale. Die Kottmarsdorfer Glocke ereilte jedoch ein anderes Schicksal: Sie zersprang Weihnachten 1895.
Möge der Klang der Glocken nicht nur den Zauber der Weihnacht verkünden, sondern auch daran erinnern, unsere Kulturgüter zu pflegen und zu bewahren.